Table of Contents Table of Contents
Previous Page  170 / 300 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 170 / 300 Next Page
Page Background

11. August 1941 an Mutter Elisabeth:

Oh, ich kann Euch von beiden Liedchen singen, wenn ich heimkomme!! Näh, mich hat

der Krieg nur enttäuscht!! All die schönen Worte, Heldentum, Kameradschaft!!

Wenn ich an die ,Eiserne-Kreuz-Verleihung‘ denke, muss ich schon schwer an mich halten!“

23. August 1941 an Mutter Elisabeth:

„Heute, wo’s hinter mir liegt, kannst Du es ja wissen.

Beinahe vier Wochen, es begann mit dem 19.7. und unser letzter Angriff war am 15. und

16.8., dauerte dieser Kampf. Von den 4 Funkern, die mit uns von Braunschweig ge­

kommen waren, ist Theo Schäfer gefallen und Hermann Leydecker schwer verwundet.

Jetzt bin ich mit Wolfgang Mölke noch alleine. Über diese 4 Wochen will ich weiter

nichts schreiben, da sprechen wir drüber, wenn ich wieder zu Hause bin.“

13. September 1941 an Mutter Elisabeth:

„Heute, am Samstagnachmittag, muss ich Dir ein-

mal wieder schreiben. Du weißt ja, dass dieser Nachmittag der schönste der ganzen

Woche für mich war. Heute, in den Atempausen zwischen der Arbeit, hatte ich einmal

wieder genug Zeit darüber nachzudenken. Ja, wenn ich mal wieder zu Hause bin, dann

werde ich diesen Nachmittag wieder genießen! Wenn sich der Herdfegergestank ver­

zogen hat, wenn ich gebadet habe, reine Wäsche und den Tangoanzug anhabe, dann

setze ich mich an den Kaffeetisch. Du wirst mir, wie immer, die Geleebutterbrote

schmieren, das Radio spielt, und dann wird ein alter Krieger Euch seine Taten berichten.

Anschließend so’n kleiner Bummel durch Brühl, mit Ruhepausen bei Moll und Knott,

und dann wieder gemütlicher Abend bei einer schönen Musik und einem guten Buch

mit einer anständigen Zigarette hinter einem starken Kaffee und einem französischen Likör.

Die Aussicht darauf, dass diese schönen Nachmittage einmal wiederkommen, lässt

einem das Leben beim Kommiss in Russland noch ertragbar erscheinen. Ja, freuen wir

uns heute schon darauf!“

18. Oktober 1941 an Mutter Elisabeth:

19. November 1941 an Bruder Günther:

„Ich bin wohl überall dabei. Wenn ein Kessel erledigt ist,

dann fragt man sich beim Oberkommando der Wehrmacht: ,Wo ist bald wieder was los?‘ –

,Ah! Bei Tula! Dann setzt mir sofort Gustav Roos dahin in Marsch, damit er nur ja nichts

versäumt und die Nase so richtig voll bekommt!‘ Und Gustav Roos tippelte ...“

168

1941: „Ein neues, starkes Volk wächst heran. Und ich bin dabei!“